Die Frage „wie viele Heizgeräte“ hat selten eine einzige Antwort, denn eine Terrasse ist fast nie nur eine Zone. Der Profi-Ansatz: nach tatsächlich genutzten Zonen dimensionieren und anschließend die Geometrie (Höhe/Winkel/Abstand), die Windexposition und den Schließgrad prüfen.
1) Regel Nr. 1: Zonen dimensionieren, nicht Quadratmeter
„Tisch“-Zone
Sitzend, statisch: braucht konstanten, gleichmäßigen Komfort.
„Lounge“-Zone
Größer, wechselnde Positionen: breite, weiche Abdeckung priorisieren.
„Weg/Waiting“-Zone
Kurzer Aufenthalt: punktuelle Unterstützung reicht, nicht überdimensionieren.
Ziel: Wärme auf Menschen und Möbel in der Nutz-Zone konzentrieren. „Luftvolumen“ einer offenen Terrasse zu erwärmen ist ineffizient.
2) Die Profi-Methode in 5 Schritten (einfach & reproduzierbar)
- Nutz-Zonen einzeichnen (Tische, Lounge, Theke) und Maße notieren.
- Montage-Constraints prüfen: verfügbare Höhe, Träger (Wand/Decke), Hindernisse.
- Exposition klassifizieren: offen / unter Pergola / teilgeschlossen / geschlossen (veranda-like).
- Abdeckungsstrategie wählen: mehrere gerichtete Punkte vs. ein einzelnes sehr starkes Gerät.
- Realitäts-Puffer hinzufügen: Windrichtung, große Leerräume, Tischrotation, Spitzenzeiten.
3) Warum „ein großes Gerät“ oft ein Fehler ist
Dichte-Problem
Ein einzelnes Gerät zwingt häufig zu hoher Montage oder zu großer Streuung. Ergebnis: die Strahlungsdichte sinkt – Wärme wird weniger „spürbar“.
Komfort-Problem
Unter dem Gerät zu heiß, seitlich zu kühl. Mehrere gut ausgerichtete Punkte liefern homogeneren Komfort.
Profi-Prinzip: lieber 2 bis 4 Punkte korrekt platziert als ein „sehr starker“ Punkt am falschen Ort.
4) Orientierungstabelle: Welche Terrasse braucht mehr (oder weniger) Geräte?
| Konfiguration | Auswirkung auf die Anzahl | Was am besten funktioniert |
|---|---|---|
| Sehr offen & windig | ↑ (mehr Punkte, stärker gezielt) | Striktes Zonieren, näher an der Nutz-Zone, präzise Ausrichtung |
| Unter Pergola / Vordach | ↔ (stabilere Planung) | Homogene Abdeckung, regelmäßige Verteilung |
| Teilgeschlossen (Screens/Wände) | ↓ (geringere Verluste) | Weniger Geräte, idealerweise zonenweise steuerbar |
| Geschlossen (veranda-like) | ↓ (quasi „innen“) | Weiche Verteilung + Regelung gegen Überhitzung |
5) Konkrete Beispiele (Logik statt „Magie“)
- Zonen: 2 Tische (2 getrennte Nutz-Zonen)
- Strategie: 1 Punkt pro Tisch oder 2 Punkte für beide – je nach Layout
- Ziel: gleichmäßige Wärme auf Sitzplätze, nicht auf Laufwege
Unter Pergola ist die Geometrie stabil: Komfort ist gut planbar mit sauberer Verteilung.
- Zone: Sofa + Sessel (breite Nutz-Zone)
- Strategie: mehrere gerichtete Punkte statt „Hotspot“ in der Mitte
- Ziel: weicher, verteilter Komfort für wechselnde Positionen
Je breiter die Zone im Freien, desto wichtiger sind mehrere Punkte statt ein einzelnes „Maximum“.
- Zonen: Tischreihen + Wartebereiche
- Strategie: Zonen nach „Reihen“ + zonenweise Steuerung
- Ziel: nur belegte Bereiche aktivieren, Peaks abfangen
Zonensteuerung ist kein „Bonus“: sie ermöglicht oft erst eine saubere, nicht übertriebene Dimensionierung.
6) Checkliste vor Freigabe (Anti-Fehler)
Geometrie & Montage
- Reale Montagehöhe (nicht „höher um mehr zu decken“)
- Ausrichtung in die Nutz-Zone (Sitzplätze)
- Hindernisse: Balken, Leuchten, Markisen
- Sicherheitsabstände eingehalten
Kontext & Nutzung
- Windrichtung / Luftkorridore
- Schließgrad (Screens, Seitenwände)
- Reale Belegung (Peak-Zeiten)
- Bedarf an Zonen-/Leistungssteuerung (Pro)
7) FAQ
Draußen ist eine m²-Regel zu grob. Dimensioniere Nutz-Zonen und optimiere Höhe + Winkel + Verteilung.
Zu viel: Hotspots, Blendung, man muss ständig runterregeln. Zu wenig: diffuse Wärme, wenig Gefühl. Prüfe zuerst Geometrie (Montage/Winkel) und dann Zonenverteilung.
Weil die Belegung schwankt. Zonierung aktiviert nur die nötigen Bereiche und vermeidet Überdimensionierung.

